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© Werner Prokop
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Fahrradfahren zu umkämpften Orten der Erinnerung im Postnazismus
FATHOMIZING MEMORY 2011

Repolitisierung!

In den letzten Jahren hat sich neben den noch immer existierenden Österreichischen Opfermythen und Strategien der Schuldumkehr ein neues historisches Master Narrative durchgesetzt: Die Verbrechen der Nazis werden heute teilweise offiziell zum Thema gemacht. Allerdings ist dies nicht selten mit einer Entpolitisierung und dem Verlust eines kritischen Potentials der Beschäftigung mit (Zeit-)Geschichte verbunden.

An Stelle der gesellschafts- und gegenwartskritischen Ziele antifaschistischer Auseinandersetzung mit Geschichte treten zusehens Identitätsstiftung durch Erinnerungsstolz, verallgemeinernde Moralisierung, Parallelisierung mit anderen Verbrechen, Überidentifikation mit den Opfern und der Ausschluss von Migrant_innen.

Entgegen dieser um sich greifenden neuen Moral einer Erinnerung als Entledigung, thematisieren wir bei einer Fahrradfahrt die Geschichte umkämpfter Manifestationen im öffentlichen Raum. Auf dem Spiel steht die Frage, was die Maxime ›Niemals Vergessen‹ heute heißen kann und welche Forderungen und geschichtspolitischen Interventionen mit deren Aktualisierung verbunden sind.

Route mit dem Fahrrad
* Morzinplatz
* Hauptuni
* Burgtor am Heldenplatz
* Museumsquartier

Abschlussdiskussion
20.00 Uhr, Museumsquartier, Raum D/quartier 21

The discussion will be in german, but if there is a need of english translation, individuals will translate.

Die Veranstalter_innen möchten darauf hinweisen, dass wenn Rollstuhlfahrer_innen an der Tour teilnehmen, gemeinsam in entsprechendem Tempo die verschiedenen Stationen angefahren werden. Darüber hinaus besteht natürlich die Möglichkeit sich auf eines der 4 Lastenräder zu setzen und so an der Tour teilzunehmen.

Das Projekt fand in Kooperation mit Martin Krenn, Peter Larndorfer und der Plattform Geschichtspolitik im Rahmen von Fathomizing Memory (orange 94.0 Orangerie) statt.

Projektleitung: Nora Sternfeld
Projektteam: Renate Höllwart
Dank an Karin Schneider und Cornelia Siebeck