SPRECHEN

Sprache ist ein Mittel, um sich zu verständigen. Allerdings kann die Art, wie wir sprechen (welche Wörter wir verwenden, in welchem Tonfall wir etwas sagen etc.) oft sehr diskriminierend und verletzend sein. Viele Worte, die wir im Alltag verwenden, haben einen sexistischen, rassistischen oder einen anderen diskriminierenden Ursprung. Manchmal ist den Menschen die verletzende Bedeutung ihrer Worte gar nicht so bewusst. Auch Wörter, die eigentlich neutral scheinen, können eine negative Bedeutung bekommen, wenn sie oft in einem negativen Zusammenhang verwendet werden. Ein Beispiel dafür ist etwa das Wort „Ausländer“.

Es macht also einen Unterschied, welche Worte man verwendet, und auch, wer sie verwendet. Man kann auch sagen: Sprache schafft Realität. Wenn ich beginne, etwas in Worten auszudrücken, kann ich es mir auch vorstellen. Ein Beispiel dafür ist, geschlechtergerechte Sprache zu verwenden. Also statt „Techniker“ zum Beispiel „Techniker*innen“ zu schreiben und zu sagen. Damit wird die Vielfalt von Menschen in der Sprache anerkannt. Umgekehrt: Wenn ich „schwul“ als Schimpfwort verwende, bestätige ich damit, dass „schwul“ etwas Schlechtes ist.

Das Sternchen „*“ in unserer Schreibweise zeigt, dass sich nicht alle Menschen entweder als Männer oder als Frauen verstehen müssen. Ähnlich ist das mit dem Unterstrich „_“. Das ist eine Möglichkeit zu zeigen, dass wir lernen können, z.B. das Wort „Männer“ nicht automatisch mit bestimmten Stereotypen zu verbinden, die nicht der Realität entsprechen.