
KLASSISMUS
Anfang des 20. Jahrhunderts war es üblich, von einer ausgebeuteten Arbeiterklasse und dem Klassenkampf zu sprechen. Die Arbeiter*innen sollten sich bewusst werden: Ohne ihre Arbeit gäbe es kein Geld für die Fabriksbesitzer*innen.
Seitdem hat sich viel verändert. Die Gesellschaft ist nicht mehr so offensichtlich in Arbeiter*innen und Besitzende aufgeteilt. Es gibt freie Schulbildung und soziale Absicherungen. Trotzdem werden Menschen nach dem, was sie besitzen, und nach verschiedenen Berufen und Ausbildungen in soziale Positionen eingeteilt und bewertet.
Eine Bewertung passiert aber auch in Bezug auf andere Fragen: wo ich wohne, wo ich arbeite, welche Schule ich besuchen kann, welche Kleidung ich anhabe, wie ich mich bewege, wie ich spreche, was meine Eltern machen oder besitzen.
Klassismus ist – wie Rassismus oder Sexismus – eine diskriminierende Einteilung von Menschen, die auch darüber bestimmt, was Menschen von mir erwarten und welche Chancen sie mir geben.
